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Zwischen der vergessenen Burg Nister und ....

  • 5. Feb.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Feb.


-Zwischen der vergessenen Burg Nister und Gottes Glauben -


Spontane Abenteuer sind immer das, was ich am meisten liebe.

Ihr auch?


Im Kindergarten ist momentan gefühlt jeder krank, und deswegen bin ich zu Hause – oder eher gesagt: auf dem Weg ins Abenteuer, wie heute zum Beispiel.


Nachdem Tatjana da war (die Hebamme für meine Schwester), haben wir unsere Sachen gepackt und sind los.

Ein Abenteuer, das Mama, Alva, Papa, Nala und ich gemeinsam erleben können – spannend, aber trotzdem familientauglich. Klingt schwierig, oder?


Aber Papa hat da so seine Ideen. Er erstellt Listen und hat hunderte Orte in der Hinterhand … hoffe ich zumindest.

Und so startet unser Abenteuer an der großen Nister, an der bekannten Abtei Marienstatt.

Wir verlassen den Parkplatz und gehen – oder joggen – den Berg hoch. Gemeinsam mit Alva, während Mama und Nala hinterherhängen.


Ja, Joggen ist in letzter Zeit so ein Ding von mir. Ich zwinge Papa immer wieder dazu, und so laufen wir während unserer Abenteuer oft um die Wette.

Heute ist unser Weg ein kleiner Rundweg rund um die Abtei, aber mit ein paar Highlights, die wir uns anschauen wollen.


Und so stehen wir nun an einem Trampelpfad.

„Papa?“

„Ja, komm mein Schatz“, sagt er.

Und wir rennen los, den Berg hinauf. Das Laub federt unsere Schritte etwas ab.

Oben angekommen wirkt alles ein bisschen bizarr. Neben Felsen und der Aussicht auf die Abtei erwarten uns eine Art Treppen.


Papa erzählt mir, dass das, was wir hier sehen, das ehemalige Verlies der Burg Vroneck – oder Froneck – war. Eine Burg aus dem 14. Jahrhundert, die im Jahr 1343 wieder abgetragen wurde.

Irgendwie krass, an einem Ort zu stehen, der bereits vor über 683 Jahren existiert hat. Wie es hier wohl damals aussah?

Genau solche Orte und Momente machen unsere Abenteuer aus.

Unser Weg führt weiter. Wir wollen alles erkunden, was von der Burg Nister übrig ist.

Denn nur was nie vergessen wird, lebt ewig. Und so lassen wir auch diesen Ort und die verbundenen Seelen weiterleben, indem wir ihn erkunden.


Wir kommen an der Hauptburg an – glauben wir zumindest. Dort ist eine Art Absatz, aus dem man schließen kann, wie es hier einmal gewesen sein muss.

Papa und ich klettern bis ganz nach oben.


Obwohl Papa Höhenangst hat, macht er solche Dinge immer wieder mit mir. Und ich liebe es.

Wir genießen kurz den Moment, schauen uns die alten Reste an. Die Felsen sind überwuchert mit Moos.

„Papa, denkst du, hierher kommen viele Menschen?“


„Eher nicht, mein Schatz. Die meisten Menschen besuchen nur Orte, die man direkt mit dem Auto erreichen kann. Ein großer Nachteil vom Menschsein ist die Bequemlichkeit – die ich auch mehr als alles andere genossen habe, bevor du auf die Welt kamst.“

Ich nicke, und wir erkunden weiter die Überreste dieses wundervollen Relikts aus einer anderen Zeit.

Anschließend laufen wir hinunter – Papa und ich gemeinsam. Es ist steil und macht richtig Spaß, weil wir fast auf unseren Popos runterrutschen müssen, um wieder auf den normalen Weg zu kommen.

Mama schüttelt nur den Kopf.


Und Alva? Die pennt einfach in ihrem Kinderwagen.

Nala schaut uns verdutzt an, als sie sieht, wie wir unten ankommen.

Und so setzen wir unseren Weg gemeinsam fort.

Der Weg ist schön und gut angelegt. Wir laufen weiter. An einer Stelle zweigt er ab, und Papa und ich laufen wieder um die Wette.


Wir kommen an einem Kreuz an. Papa wird leiser und legt seine Hand auf das Grab.

„Danke, dass ihr euer Leben gegeben habt, um uns dieses Leben zu ermöglichen“, sagt er und senkt den Kopf.

„Was machst du, Papa?“, frage ich.

Er erklärt mir, dass die Soldaten damals ihr Leben eingesetzt haben, um ihre Familien und unser schönes Land zu schützen. Und wie unbegreiflich es ist, dass sie nie wieder zu ihren Familien zurückkehren konnten.

„Schätze solche Orte immer mit sehr viel Respekt, Ragnar. Sie haben alles aufgegeben, um das zu schützen, was wir heute haben – auch wenn es die meisten Menschen nicht wertschätzen. Vergiss niemals dieses Geschenk der Helden.“


Ich nicke. Ich verstehe, was Papa meint.

Und so setzen wir unseren Weg fort.

Das Rauschen des Wassers klingt so beruhigend. Wir sind an der Nister, an der alten Wehr. Wundervoll.

Wir laufen weiter.


Nach einigen Metern steht sie da: die berühmte alte Steinbrücke über die Nister.

Man kann sagen, sie ist ein Wahrzeichen des Westerwalds. Ein Vorgänger wurde bereits 1478 erwähnt. Umso beeindruckender ist es, dass wir sie heute sehen dürfen.

Mit unserer Drohne machen wir ein Bild von unserer Familie:

Alva, Mama, Papa, Nala und ich.


Wir hoffen, diesem Bauwerk den Respekt entgegenzubringen, den es verdient.

Nach diesem tollen Bauwerk ist unser nächstes Ziel das Kloster.

Ich will vier Kerzen in der Kirche aufstellen.


Wir betreten das Kloster. Papa formt mit seinen Fingern ein Kreuz, nimmt etwas Wasser aus dem Becken und streicht es mir über die Stirn.

Und so stellen wir vier Kerzen auf.

Nach diesem tollen Abenteuer.

Für wen wir die Kerzen aufstellen?

Für die Familie.


Denn ihr wisst ja:

Ein Wolf ist immer loyal zur Familie.

Ein Tattoo auf Papas Haut, das ich am allerliebsten habe.

In diesem Sinne:

Genießt es, in einer Familie zu sein, die euch liebt.


Viel Liebe

Euer Ragnar

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