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Mitten im Wald - Abenteuer rund um die Gru....

  • 5. Feb.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Feb.


Guten Morgen ihr Lieben,


heute ist es endlich wieder so weit. Papa und ich brechen zu einem neuen Abenteuer auf – voller Vorfreude und Neugier. Unser Ziel ist das Lahntal – mit einem Hauch von Taunus und ganz, ganz viel Wald.

Klingt gut, oder? Genau das sage ich auch zu Papa. Also parken wir unser Auto unweit des Dorfes Mudershausen. Und genau hier beginnt unser Abenteuer.


Direkt an einer alten Mauer mit einem wundervollen Graffiti. „Spiderman!“ Ich liebe es. „Papa, bitte mach ein Foto!“ Gesagt, getan. Und schon geht es los – hinein in den Wald. Vorbei an einem tollen Anwesen, der ehemaligen Ziegelhütte. Ich will euch hier gar nicht mit Bergbaubegriffen langweilen, da könnte Papa nämlich eine Menge erzählen. Aber ich will viel lieber Abenteuer.


Und so geht es schnell tiefer in den Wald. „Papa, was ist das?“ Ich zeige auf einen alten Stollen, den wir vom Waldweg aus sehen können. Irgendwie ist es anders hier. Der Wald wirkt ruhig. Beinahe zu ruhig. Ein bisschen unheimlich vielleicht. Aber schließlich bin ich Abenteurer.


Ich drücke Papas Hand, während wir uns dem Stollen nähern. Er zieht die Taschenlampe aus dem Rucksack und leuchtet hinein.

Wir erkennen eine alte Lore. Sie sieht anders aus als die, die wir bisher gesehen haben – flach, ohne Korb. Und die Schienen wirken, als würden sie endlos in den Berg laufen. Ich frage mich, wie Papa diese Dunkelheit nur lieben kann. Mir läuft ein Schauer über den Rücken.


Wir gehen weiter. Über matschigen Waldboden, immer bergauf. Wir entfernen uns immer mehr von allem Menschlichen, von den letzten Häusern. Wir kommen an einem weiteren Stollen vorbei, mitten oben im Berg, offen. Papa sagt: „Wir haben Schutzzeit. Da schauen wir erst im Frühling wieder rein, okay?“ Ich nicke, und wir gehen weiter.


Je weiter wir hinauf laufen, desto ruhiger wird es. Ich schaue zu Papa. Er lächelt die ganze Zeit. Und so habe auch ich keine Angst und sehe mich ruhig um.

Nach gut zwei Kilometern erreichen wir den höchsten Punkt. „Da!“, sagt Papa. Und dann stehen sie plötzlich vor uns: die ersten Ruinen. Aus dem Nichts ragen Mauern hervor. Ein paar Meter weiter eine alte Verladestation – man erkennt sie genau. Papa erzählt mir, dass hier früher eine Bahn gefahren ist. Wo denn? Hier ist doch nichts, wo man fahren kann. Ich schaue mich verwundert um.


Dann suchen wir den Weg zu einem ganz besonderen Ort. Die Spalte, wo Mama sich damals den Kopf gestoßen hat. Klingt komisch, oder? Aber genau das ist hier passiert. Papa, Mama, Nala und ich waren schon einmal hier, als ich noch ganz, ganz klein war.

Der Name ist auch komisch: Landgraben-Schlucht-Felsspalte. Wir laufen um eine Kurve – plötzlich zieht Papa mich zurück. Vor uns wird es wild. Zwei Rehe sprinten an uns vorbei und springen über den Graben. „Wow!“ Mein Herz schlägt bis zum Himmel. Nur Papa bleibt ruhig und grinst.


Wir gehen weiter, Hand in Hand. Doch irgendetwas fühlt sich anders an.

An der Felsspalte angekommen fühle ich mich komisch. Auch Papa wirkt unruhig. „Merkst du das, Ragnar?“ Ich nicke. Es ist komplett still. Kein Geräusch außer unserem Atmen. Keine Vögel, kein Rascheln der Bäume. Es macht mir Angst. Ich greife Papas Hand ganz fest. Er drückt sie – und es wird wieder besser.


Wir machen uns auf den Rückweg und schauen uns alles genau an. Überall Spuren der Natur. Bäume sind von Spechten zerhackt, Nisthöhlen überall.

Gibt es einen besseren Ort als diesen? Weit weg von allen Menschen. So ruhig, dass es fast nervös macht. Ein Paradies für Tiere.


Nach etwa zwanzig Minuten sind wir wieder am Auto. „Stärk dich, mein Schatz“, sagt Papa. Ich setze mich ins Auto, esse und trinke. Papa bleibt draußen stehen und schaut mich lächelnd an.

„Gleich suchen wir die Ruinen, okay?“ Ich nicke und futtere schneller. Papa streicht mir über die Stirn. „Weißt du eigentlich, wie glücklich ich bin?“ Wir lächeln uns verlegen an. Er zieht mich an sich, küsst meinen Kopf.

Und schon geht es weiter. Wir lassen das Auto zurück und laufen am Feld entlang. Plötzlich ragt etwas aus dem Wald: ein Turm. Ein Trafohaus – oder das, was davon übrig ist. Überall liegen rote Ziegel, die von vergangenen Zeiten erzählen.


Dann stecken unsere Füße plötzlich im dicken Matsch, der uns festhalten will. Aber gemeinsam schaffen wir es heraus. Wir balancieren über Holzstämme auf die andere Seite. Endlich haben wir Luft, uns umzuschauen.

„Schau mal da hinten!“ Ich zeige auf eine Pforte mit einem Loch. „Ja, mein Schatz, das ist der Barbarastollen.“ Es fühlt sich an, als hätten wir einen Schatz entdeckt. Freudig laufen wir darauf zu. Papa hält meine Hand, als ich hinuntergehe. Dann reicht er mir die Taschenlampe. Ich leuchte in den Gang.


Was ich gesehen habe?

Das könnt ihr ja selbst herausfinden …


Habt eine tolle Zeit – hier und überall. Und vor allem gemeinsam als Familie. Denn das ist das Wichtigste.

Viel Liebe

Euer Ragnar

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