Die vergessene Kalkbrennerei
- 17. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Feb.

Heute stehe ich vor einem Wald, irgendwo bei Bad Münstereifel.
So ein Wald, der nicht einlädt, sondern prüft, ob man es wirklich ernst meint.
Unser Ziel?
Eine alte Kalkbrennerei, die hier irgendwo versteckt sein soll – mitten in diesem grünen Atlantis.
Die Natur ist so dicht, dass man fast darin untergeht.
Der Weg ist kaum zu erkennen.
Aber genau hier beginnt für mich das Abenteuer erst richtig.
Bevor wir losgehen, beuge ich mich zu Nala runter, flüstere ihr etwas ins Ohr und lasse sie bei Mama zurück.
Heute passt sie auf Mama und meine kleine Schwester auf.
Sie ist schon bei uns – auch wenn sie noch in Mamas Bauch wohnt.
Mit einem Grinsen gehe ich los.
Papa direkt hinter mir.
Wenn ich ehrlich bin, habe ich dieses Lächeln wohl von ihm.
Wir kämpfen uns durch das Dickicht.
Der Wald will sein Geheimnis behalten.
Aber was er nicht weiß: Papa und ich sind stur.
Richtige Sturköpfe.
Wir geben nicht auf.
Meter um Meter bahnen wir uns den Weg, bis wir plötzlich auf eine kleine Lichtung stoßen.
Weiße Halden. Alte Steine.
Und dann zeigt Papa hinter den Abhang.
„Siehst du das, mein Schatz?“
Ich nicke.
Zwischen den Bäumen steht sie.
Die Ruine der alten Kalkbrennerei.
Papa streckt mir die Hand hin.
Ich klatsche ein.
„Gemeinsam schaffen wir alles“, sagt er.
Und ich grinse.
Wir klettern hinunter, erkunden die Überreste.
Dann sehe ich es.
Ein riesiges, verrostetes Zahnrad, halb im Moos versunken.
„Papa, darf ich da hoch?“
Er lacht.
„Na klar – wenn du’s schaffst.“
Also klettere ich.
Das Moos ist rutschig.
Das Metall kalt.
Aber das ist mir egal.
Da oben fühle ich mich frei.
Wie ein echter Entdecker, der ein Stück Vergangenheit gefunden hat.
Wir bleiben noch eine Weile, machen Fotos, lassen den Ort auf uns wirken.
Dann geht es zurück.
Nala kommt uns schon entgegen, wedelnd, als wollte sie sagen:
„Na, habt ihr’s geschafft?“
Ich streichle ihr über den Kopf und lege meine Hand auf Mamas Bauch.
„Ich kann es kaum erwarten, dass wir bald alle zusammen auf Abenteuer gehen“,
flüstere ich.
Und ich meine jedes Wort genau so.























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