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Die Sporkenburg

eine Burg, die der Wald fast versteckt hat


Manchmal sind die schönsten Abenteuer gar nicht weit weg..


Und diese Burg ist wirklich ziemlich gut im Verstecken.


Wir sind einfach durch den Wald gelaufen und zwischen den ganzen Bäumen konnte ich erst gar nichts sehen. Nur einen kleinen Weg, ganz viel Grün und Papa hinter mir.


Und dann..


stand da plötzlich eine riesige alte Mauer.


Mitten im Wald.


„Papa!! Da ist die Burg!“

Ich bin natürlich sofort losgelaufen.


Sporkenburg heißt sie und Papa hat mir erzählt, dass Menschen hier schon vor über 700 Jahren gelebt haben. Ungefähr um das Jahr 1310 wurde sie von Heinrich von Helfenstein gebaut.


700 Jahre..


Ich musste erstmal überlegen, wie viele Geburtstage das eigentlich sind.


Sehr viele.


Das Lustige ist, dass ich zuerst nach dem großen Burgturm gesucht habe. So einen richtigen Ritterturm eben.


Aber den gab es hier gar nicht.

Dafür hatten sie eine riesige Mauer.


Fast 20 Meter hoch und fünf Stockwerke soll sie einmal gewesen sein. Papa nennt sowas eine Schildmauer.

Die sollte die Menschen in der Burg beschützen, wenn jemand von dieser Seite angreifen wollte.


Ich finde Schildmauer eigentlich einen ziemlich guten Namen.

Wie ein riesiges Schild aus Stein.


Oben waren sogar kleine runde Türmchen dran.

Die heißen Tourellen und Papa meinte, dass diese Bauweise damals besonders bei französischen Burgen vorkam.

Ich glaube, von da oben hätte man ziemlich weit gucken können.


Vielleicht saß dort mal jemand und hat genau in den Wald geschaut, durch den wir heute gekommen sind.


Die Burg selbst war ungefähr 35 Meter lang und 18 Meter breit und auf drei Seiten ging es ziemlich steil nach unten.


Auf der anderen Seite gab es extra einen breiten Graben.


Da kam man also nicht einfach mal so rein.


Und dann sind wir zwischen den alten Mauern herumgelaufen..

Man erkennt sogar noch Stellen, an denen früher Menschen gewohnt haben.

Da gab es richtige Zimmer, Fenster und einen Kamin.

Und sogar ein Klo.


Ja wirklich.

Eine Ritterburg mit Klo.


Das fand ich natürlich ziemlich wichtig.

Aber irgendwann wurde es hier immer stiller.


Die Familie von Helfenstein hatte die Burg ungefähr 200 Jahre lang. Später gehörte sie anderen Familien und irgendwann war die Sporkenburg schon ziemlich kaputt.


Und dann kam das Jahr 1635.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg von französischen Soldaten zerstört.

Danach hat sie niemand mehr richtig aufgebaut.


Und irgendwie finde ich genau das ein bisschen traurig und gleichzeitig wunderschön.


Denn seitdem steht sie einfach hier.

Jahr für Jahr.

Winter für Winter.


Die Menschen verschwanden, Dächer stürzten ein und irgendwann wuchsen Gras, Büsche und Bäume zwischen den Mauern.


Der Wald hat sich die Burg langsam zurückgeholt.


Heute hört man hier keine Ritter mehr und niemand sitzt mehr am Kamin.

Man hört Vögel.

Blätter.


Und manchmal einen kleinen Jungen, der zwischen den Mauern herumläuft und Papa ungefähr hundert Fragen stellt.


Ich habe irgendwann meine Hand auf einen von den alten Steinen gelegt.


Vielleicht hat genau diesen Stein vor 700 Jahren schon einmal jemand angefasst.


Vielleicht ein Ritter.

Vielleicht ein Kind.

Oder einfach jemand, der hier gewohnt hat und für den diese alte Ruine damals einfach sein Zuhause war.


Das werden wir nie erfahren.

Aber genau das mag ich an solchen Orten.

Man muss nicht alles wissen.


Manchmal reicht es, durch eine alte Mauer zu laufen, nach oben zu schauen und sich vorzustellen, was hier alles passiert sein könnte.


Und das Beste?

Für dieses Abenteuer mussten wir gar nicht weit wegfahren.

Manchmal versteckt sich Geschichte nämlich einfach bei uns zuhause im Wald.


Man muss sie nur finden.


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