

Burg Dhronecken
Ritter, Templer und ein riesiger Troll
Heute ging es mit Papa wieder zu einer Burg..
Aber diesmal war irgendwie schon der Name komisch.
Dhronecken.
„Papa.. heißt die wirklich so?“
„Jap.“
Ich musste lachen.
Burg Dhronecken klingt irgendwie wie eine Burg, auf der ein Drache wohnen müsste.
Also sind wir losgezogen und haben uns das Ganze mal genauer angeschaut.
Von der riesigen Burg, die hier früher einmal gestanden hat, ist heute nämlich gar nicht mehr alles da. Überall sieht man noch alte Mauern und Teile von der Burg und wenn man dazwischen herumläuft, muss man sich schon ein bisschen vorstellen, wie das hier früher ausgesehen haben könnte.
Papa meinte, dass hier schon vor mehr als 700 Jahren Ritter unterwegs waren.
Um 1300 taucht nämlich ein Ritter mit dem Namen Conrad von Tronecken in alten Aufzeichnungen auf und die Burg selbst dürfte sogar noch ein bisschen älter sein.
Ich schaute die alten Steine an.
700 Jahre…
Das ist so alt, dass selbst Papa damals noch nicht geboren war.
„Sehr witzig“, sagte Papa.
Früher war das hier aber auch keine kleine Burg.
Papa zeigte mir, wo die Mauern einmal verliefen und erklärte mir, dass es sogar zwei große Mauerringe gab.
Und einen Graben.
Einen richtig tiefen.
Ungefähr 20 Meter.
„ZWANZIG METER?!“
Also wenn da früher wirklich jemand die Burg angreifen wollte, hatte der erstmal ein ziemlich großes Problem.
Und tatsächlich wurde Burg Dhronecken angegriffen.
Im Jahr 1403 wollte der Trierer Kurfürst die Burg erobern.
Er belagerte sie…
aber er bekam sie nicht.
Die Burg hielt stand.
Ich fand das ziemlich cool.
Da standen hier wahrscheinlich Männer auf den Mauern, unten warteten die Angreifer und irgendwo dazwischen lagen dieser riesige Graben und die ganzen Befestigungen.
Vielleicht haben die Ritter von oben heruntergeschaut und gedacht:
„Nö. Hier kommt ihr nicht rein.“
Aber irgendwann hatte auch diese Burg nicht mehr so viel Glück.
Sie wurde später immer wieder zerstört. Teile wurden wieder aufgebaut, wieder beschädigt und sogar ein Erdbeben soll der Burg zugesetzt haben.
Deshalb stehen heute nur noch Teile von dem, was einmal hier war.
Aber dann erzählte Papa mir noch etwas.
Etwas mit Rittern.
Mit ganz besonderen Rittern.
„Hier hat sogar einmal ein Templer gelebt.“
Ich blieb stehen.
„Ein echter?“
Papa nickte.
Ab 1309 soll Friedrich Wildgraf von Kyrburg hier gelebt haben. Er war einer der letzten hohen Templer in Deutschland.
Natürlich musste Papa mir erstmal erklären, was Templer überhaupt waren.
Ritter.
Aber nicht einfach irgendwelche Ritter.
Sie gehörten zu einem mächtigen Ritterorden und ihre Geschichte ist bis heute voller Geschichten, Geheimnisse und Legenden.
Okay…
Jetzt wurde die Burg langsam richtig interessant.
Und Papa hatte noch eine Geschichte.
Denn manche Leute bringen Burg Dhronecken sogar mit einem Mann namens Hagen von Tronje in Verbindung.
Den kennt man aus dem Nibelungenlied.
Eine uralte Geschichte von Helden, Königen, einem Schatz, Verrat und ziemlich viel Ärger.
Ob Hagen wirklich etwas mit diesem Ort zu tun hatte, weiß heute niemand sicher.
Vielleicht ist es einfach nur eine Legende.
Aber genau solche Geschichten mag ich.
Denn plötzlich sind alte Mauern nicht mehr einfach nur alte Mauern.
Vielleicht standen hier Ritter.
Vielleicht ritt hier einmal ein Templer durch das Burgtor.
Vielleicht wurde genau hier überlegt, wie man die Burg gegen die nächsten Angreifer verteidigt.
Und vielleicht…
nur vielleicht…
hat Hagen von Tronje tatsächlich irgendwann einmal etwas mit diesem Ort zu tun gehabt.
Aber unser Abenteuer war noch nicht vorbei.
Denn unterhalb der Burg wartete jemand auf mich.
Und der war größer als jeder Ritter.
Ein Troll.
Ein RIESIGER Troll.
Mitten auf dem Spielplatz steht diese gewaltige Trollfigur und ich musste natürlich sofort hin.
„Papa guck mal!!“
Nach den ganzen Geschichten über Ritter und Templer passte der da irgendwie perfekt hin.
Vielleicht hat der Troll ja früher die Burg bewacht?
Okay…
wahrscheinlich nicht.
Aber meine Geschichte gefällt mir besser.
Und der Spielplatz war sowieso richtig cool.
Es gibt dort Holzstege, Wasser, Sachen zum Klettern und natürlich die große Rutsche.
Also hoch…
und runter.
Und nochmal.
Und nochmal.
Papa hatte vermutlich irgendwann genug vom Zuschauen.
Ich nicht.
Das fand ich irgendwie besonders schön an Dhronecken.
Oben erkundet man eine uralte Burg und hört Geschichten von Rittern, Templern und einer Belagerung…
und ein kleines Stück weiter steht plötzlich ein riesiger Troll und man kann klettern, entdecken und eine richtig tolle Rutsche hinuntersausen.
So muss ein Burgabenteuer sein.
Ein bisschen Geschichte.
Ein bisschen Fantasie.
Und zwischendrin einfach Kind sein.
Als wir später wieder gingen, schaute ich nochmal zurück.
Zu den alten Mauern.
Und zu unserem Troll.
Vielleicht passt er ja doch auf die Burg auf…
Man weiß es ja nie.
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