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Die Johanitter Heilstätte

Zerbrochene Fenster, endlose Flure und Sonnenstrahlen, die durch den Staub fallen. Mitten im Harz steht ein Ort, an dem einst Menschen auf Heilung hofften und an dem heute vor allem eines geblieben ist: Stille.

Region: Harz


Art:Lost Place · ehemalige Heilstaette


Zustand:stark verfallen


Charakter:duester · geschichtstraechtig · still · eindrucksvoll


Unterwegs:Papa & Ragnar


Highlight:lange Flure und historische Architektur


Besonderheit:ehemalige Lungenheilstaette


Atmosphaere:10/10


Geschichtsfaktor:10/10


Abenteuerfaktor:9/10



Der Ort

Noch bevor Ragnar den roten Abenteuerbus verlaesst, blickt er zurueck.

Dort steht sie.

Gross. Verlassen. Zerfallen.

Eigentlich genau die Art von Ort, die ihn neugierig macht. Doch dieses Mal ist etwas anders.

„Gruselig, oder?“

Papa steht ploetzlich neben ihm und legt eine Hand auf seine Schulter.

Ragnar nickt.

Gemeinsam gehen die beiden die alte Treppe hinauf.

Und betreten eine andere Zeit.


Wo Menschen auf Heilung hofften

Hinter der Eingangstuer erstrecken sich lange Flure.

Licht faellt durch zerbrochene Fenster, Staub schwebt durch die Sonnenstrahlen und aus ehemaligen Zimmern sind leere, teilweise zerstoerte Raeume geworden.

Doch dieser Ort war nicht immer still.

Vor mehr als einem Jahrhundert wurden in solchen Heilstaetten Menschen mit schweren Lungenerkrankungen behandelt. Auch mit dieser Anlage sind Geschichten ueber Patienten, Aerzte und damalige Behandlungsmethoden verbunden.

Fuer einen Fuenfjaehrigen ist vor allem eine Vorstellung schwer zu begreifen:

Hier waren einmal Menschen, die kaum richtig atmen konnten.

„Wie schlimm.“

Mehr braucht Ragnar dazu eigentlich nicht zu sagen.


Zwischen Licht und Verfall

Dann beginnt die Erkundung.

Scherben liegen auf dem Boden. Alte Sessel stehen verlassen in einem Raum. Kronleuchter haengen noch immer unter den Decken.

Und zwischen all dem Verfall passiert etwas Merkwuerdiges.

Der Ort wirkt nicht nur bedrohlich.

Er wirkt beinahe friedlich.

Sonnenstrahlen brechen durch die kaputten Fenster und werden im aufgewirbelten Staub sichtbar. Fuer wenige Sekunden sehen die verlassenen Zimmer aus, als wuerde jemand einen Schleier aus Licht durch sie ziehen.

Ragnar entdeckt einen alten Sessel.

„Darf ich?“

Papa muss lachen.

Wenig spaeter sitzt Ragnar mitten in diesem duesteren Lost Place und schneidet Grimassen.

Vielleicht braucht selbst ein vergessener Ort manchmal ein bisschen Kinderlachen.


Der Moment des Tages

Die beiden gehen weiter.

Treppenhaeuser. Zimmer. Lange Gaenge.

Doch der Verfall ist allgegenwaertig.

Besonders an einem offenen Fahrstuhlschacht wird aus Abenteuer sofort Ernst.

„Immer bei mir bleiben, okay mein Schatz?“

Ragnar nickt und greift nach Papas Hand.

Es ist ein kleiner Moment, der ziemlich genau beschreibt, was solche Orte ausmacht.

Faszination und Gefahr liegen manchmal nur wenige Schritte auseinander.


Das bleibt

Draussen setzt sich die Geschichte fort.

Nebengebaeude, ein alter Bus und ein gewaltiger Schornstein erinnern daran, wie gross die Anlage einmal gewesen sein muss.

Doch ueberall gewinnt inzwischen etwas anderes die Oberhand.

Die Natur.

Pflanzen wachsen dort, wo frueher Menschen gingen. Feuchtigkeit dringt durch Mauern. Holz zerfaellt. Fenster verschwinden.

Stueck fuer Stueck holt sich der Wald zurueck, was Menschen irgendwann zurueckgelassen haben.

Vielleicht ist genau das die besondere Faszination solcher Orte.

Sie zeigen nicht nur Vergangenheit.

Sie zeigen, dass nichts fuer immer bleibt.


Ein letztes Geheimnis

Zurueck am Abenteuerbus warten Mama und Alva bereits.

Eigentlich ist die Erkundung beendet.

Dann hoert Papa etwas aus Richtung des alten Gebaeudes.

Er bleibt stehen.

Dieses typische Grinsen.

Mama kennt es offensichtlich schon.

„Dann geh schon. Wir warten. Aber wehe, dir passiert etwas.“

Papa dreht sich noch einmal zu Ragnar.

„Ich glaube, selbst Geister koennten mich nicht daran hindern, zu euch zurueckzukommen.“

Dann verschwindet er noch einmal in Richtung der Dunkelheit.

Vielleicht wartete dort nichts.

Vielleicht nur ein weiterer leerer Raum.

Aber manche Orte duerfen ein letztes Geheimnis behalten.


Fazit

Atmosphaere: 10/10


Geschichte:10/10


Fotofaktor:10/10


Abenteuer:9/10


Familienmoment:8/10


Gefahrenpotential:10/10


Wiederholungsfaktor:8/10


Gesamtwertung: 9/10


Verlassene Gebaeude koennen durch Einsturzgefahr, offene Schaechte, Glasscherben und andere nicht erkennbare Gefahren lebensgefaehrlich sein. Zugaenglichkeit und Eigentumsverhaeltnisse koennen sich zudem jederzeit aendern. Dieser Bericht ist eine Erinnerung an unser Erlebnis und keine Aufforderung, den Ort selbst zu betreten.

Die Heilstaette im Harz ist ein Ort, an dem Vergangenheit und Verfall auf eine beinahe unwirkliche Weise zusammentreffen.


Bildergalerie 

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